(2) Aushängeschild und Spiegel der Praxis ist die Webpräsenz
Mehr und mehr Patienten treffen ihre Arztwahl über das Internet (allein im November registrierten Kammer und KV Berlin etwa 335 000 Zugriffe auf das im Herbst vergangenen Jahres von den beiden Körperschaften gemeinsam eingerichtete elektronische "Arzt-Nachschlagewerk", das nahezu alle 7600 in der Haupstadt niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten enthält).
Neben der Möglichkeit, fachlich gesicherte Informationen zum Wohle von Patienten zu vermitteln, stellt das Internet auch hierzu äußert sich die oben angeführte Bochumer Studie für Mediziner ein Marketinginstrument dar, über das sie sich mit einer virtuellen Praxis präsentieren könnten, ohne zwingend mit dem standesrechtlichen Werbeverbot in Konflikt zu geraten. Potenziellen Patienten, die sich ein Bild von einer Praxis und dem Inhaber machen wollen, gibt sie einen entscheidungsbeeinflussenden Einblick: Was für Leute arbeiten dort? Was bieten sie für Leistungen an? Ebenso spielen Art und Weise der Präsentation von Informationen eine wesentliche Rolle die Praxis exportiert auch ein Image.
Im Vordergrund stehen dabei zunächst der Informationsgehalt der Seiten, die Übersichtlichkeit der Inhalte, die Auffindbarkeit der einzelnen Stichworte [ vgl. Checkliste der Ärztekammer Niedersachsen für medizinische Websites ].
Die Art und Weise der Präsentation bezieht sich jedoch nicht allein auf die Nutzerfreundlichkeit, wie vielfach geglaubt wird. Die Aussage, es komme vor allem auf den Informationswert an, das Design sei lediglich zweitrangig, ist zwar prinzipiell richtig, wird allerdings ohne entsprechendes Hintergrundwissen häufig falsch interpretiert.
Wie Untersuchungen immer wieder zeigen, sind es vor allem drei Kriterien, nach denen angesichts der Flut von Informationen im Internet Nutzer die Qualität bzw. Seriosität von Inhalten bzw. Webanbietern beurteilen Design, Stil und Objektivität der Darstellung. Das Design sollte professionell und ästhetisch ausgewogen sein, der Stil sachlich, gut formuliert und fehlerfrei und Verweise auf Hintergründe wie auch auf weitere, ggf. abweichende Meinungen sollten nicht fehlen. Sind diese Kriterien erfüllt, werden Inhalte bzw. deren Anbieter grundsätzlich für vertrauenswürdig gehalten selbst wenn sie es nicht sind. Inhalte wiederum ohne ansprechendes Design wirken auch nicht vertrauenswürdig. (Wobei Design keineswegs mit Effekthascherei gleichzusetzen ist!)
[ vgl. Studie im Archiv der Universität Ohio/USA sowie
Internationale Konferenz zum Thema "Computer-Human-Interaction" ]
Für die Bewertung von Inhalten und damit auch des Anbieters ist also ein professionelles Design durchaus nicht zweitrangig. Darüber hinaus ist das Design auch maßgeblich für die persönliche Ausstrahlung der Seiten und deren Einprägsamkeit bzw. Wiedererkennbarkeit.